Ingrid Krause


Metamorphose 

 

Der Begriff Metamorphose stammt aus dem Griechischen und steht für eine Umwandlung. Dabei verwandelt sich "Etwas" von einem Seins-Zustand zu einem neuen Seins-Zustand und erschafft sich aus sich selbst heraus. Oftmals mit dem Ziel, besser leben oder sogar überhaupt überleben zu können. Dies kennen wir aus der Pflanzen- und Tierwelt … wenn sich beispielsweise eine Kaulquappe zum einem Frosch verwandelt. Dieser Vorgang ist irreversibel und hat damit scheinbar etwas Endgültiges.

 



Und so ist es auch mit anderen Naturphänomen ... man kann die Verwandlung auch bei der Entstehung und fortwährenden Veränderung von Wolken oder Wellen beobachten. Die Metamorphose bezeichnet also nicht nur den Wandel von einer Gestalt zu einer anderen, sondern auch den Wandel von einem Zustand zu einem anderen. 



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Auszüge aus Künstlertexten

 

 Was mich antreibt

 

… ist eine Mischung aus Faszination von der Schönheit der Natur. Dem Wunsch nach Erkenntnis, dem Verstehen wollen und dem Drang, einen besonderen Augenblick festzuhalten.

 

Malerei bedeutet für mich eine Auseinandersetzung mit dem Material, der Technik und dem Motiv, das nicht nur visuell, sondern auch spirituell erfahren werden will. Dabei stelle ich mich der Herausforderung, die verschiedenen Ebenen zu­sammenzubringen. Das Wahrgenommene besteht aus einer körperlichen und einer unsichtbaren Komponente wie bei­spielsweise einer Stimmung, einem Gefühl oder einer Energie …

 

Vielleicht habe ich mich gerade deshalb der Malerei verschrieben. Mit ihr kann ich meine Freude am handwerklichen Arbeiten ausleben und gleichzeitig meine Kreativität ausdrücken. Durch sie hinterfrage ich mein Tun, meine Motivation. Sie lehrt mich Achtsamkeit und Geduld und führt mich in eine ständige Auseinandersetzung mit dem WARUM. 

 

 

Der Weg zum Bild

 

Das Sujet meiner Wahl ist im übertragenen Sinn die Natur mit den Schwerpunkten Landschaft und Gestalt (Mensch und Tier). Dabei war die menschliche Gestalt zu Beginn meines Kunst-Studiums ausschließlicher Gegenstand meiner künstlerischen Arbeit. Ich legte großen Wert auf eine realistische Darstellung. Weshalb mich in den ersten Semestern besonders das Handwerk und die Maltechnik interessierten.

 

Im weiteren Verlauf wurde mir bewusst, dass ich weniger die Realität abbilden wollte, als vielmehr einfangen, was ich darü­ber hinaus wahrnahm. Also fesselte mich nicht nur die Gestalt in ihrer Materialisierung, sondern auch das Unsichtbare: ihre Ausstrahlung, ihre Schwingung, ihre Energie und mein Gefühl dazu. Ein Bemerken über den optischen Eindruck hinaus. Das Wahrnehmen einer nicht–körperlichen, ätherischen Präsenz. Einer Aura, wenn Sie so wollen.

 

Sobald ich dies erkannte und mich von meiner konkreten Vorlage lösen konnte, verwandelte sie sich zu einer reinen Inspi­rations-Quelle. Diesen Augenblick - also der Moment, indem ich die Kontrolle aufgab und mich von der Geißelung des Motivs löste - verstehe ich als größte Befreiung. Und plötzlich begriff ich, dass ich zum Erschaffer einer neuen, meiner ganz eige­nen Bildrealität wurde.

 

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